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„Die besten Schnitzel“

20 Jan

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Meine Großeltern haben immer gesagt: „richtigen Fleischsalat macht man aus Kuheuter“ und „die besten Schnitzel werden ebenfalls aus Kuheuter gemacht“.
Ja, soweit die Aussagen meiner Großeltern. Zum Thema „Fleischsalat“ siehe gesonderten Post.
Zu „den besten Schnitzeln“ muss ich erst noch loswerden, was mir „mein Metzger“ erzählt hat, als ich mit ihm darüber sprach, dass ich gerne Kuheuter haben möchte. Er wollte natürlich wissen, was ich damit machen möchte. Ich erzählte ihm, dass wir daraus Fleischsalat und Schnitzel machen möchten. Darauf er: „…ja, meine Eltern haben mir auch erzählt, dass sie nach dem Krieg den amerikanischen Besatzungssoldaten gebackene Schnitzel aus Kuheuter als „normale Schnitzel“ verkauft haben und die Soldaten vollkommen begeistert davon waren“.
Nun ist der Krieg schon lange vorbei und meine Großeltern schon lange tot…da wird es aber Zeit diese Behauptung mal zu untersuchen.
Laut bekunden meines Fleischers „…ich muss erst mal schauen wo ich Kuheuter her bekomme…ist es das erste Mal, das jemand das verlangt…“. Na ja, irgendwann ist immer das erste Mal 🙂
Er konnte Euter besorgen – und dann gleich 4 Kilo!
Also denn, frei nach Schillers Glocke : „Heute muss das Schnitzel werden. Frisch Gesellen, seid zur Hand“.

Zutaten:

  • 1.000 – 1.200 g Kuheuter
  • 50 g Wurzelgemüse
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 – 2 Pimentkörner
  • 3 schwarze Pfefferkörner
  • 1 Gewürznelke
  • 2 – 3 Wacholderbeeren
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  • 100 g Mehl
  • 200 g Paniermehl/Semmelbrösel
  • 1 – 2 Eier
  • Fett zum Braten; wir: halb Butterschmalz und halb Olivenöl

Zubereitung:

Wir haben, weil es schnell gehen musste, den Kuheuter im Schnellkochtopf gekocht.
Wer mehr Zeit hat, kann ihn auch im Suppentopf zubereiten.
Der Unterschied liegt vor allem im quantitativen Ergebnis.
Im Schnellkochtopf verliert der Euter beim Kochen ca. 50% seines Volumens und Gewichts, im Suppentopf gekocht nur ca. 30%.
Aber um den Euter im Suppentopf ähnlich zart zu bekommen, ist eine Kochzeit von ca. 2 bis 2 1/2 Stunden erforderlich.

In einen Schnellkochtopf ca. 1 1/2 Liter Wasser geben.
Das Wurzelgemüse würfeln und zusammen mit den Piment- und Pfefferkörnern, Gewürznelke, Wacholderbeeren und Salz in den Topf geben.
Topf verschließen, zum Kochen bringen.
Ab dem Zeitpunkt des Schließens des Ventils 40 Minuten kochen lassen.

Den Schnellkochtopf vom Herd nehmen, unter kaltem Wasser abkühlen und öffnen.
Den gekochten Euter herausnehmen und in vier Scheiben schneiden.
Von beiden Seiten leicht (!) salzen und mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
Im Mehl wenden; überschüssiges Mehl leicht abklopfen.
Beidseitig durch das verquirlte Ei ziehen und im Paniermehl/Semmelbröseln wenden.

In einer Pfanne das Fett erhitzen und die Schnitzel bei relativ großer Hitze braten bis sie schön braun sind.

Man kann hier bei recht großer Hitze braten, da das Fleisch ja nicht mehr gegart werden muss; nur die Panade soll schön braun werden.

Bei uns gab es zu den Schnitzeln vom Kuheuter Schupfnudeln und gebratene Spalten vom Hokkaido-Kürbis mit Balsamico-Creme .

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Fazit: ein absoluter Traum an Zartheit!!! So zart bekommt man kein Kalbsschnitzel zubereitet!
Geschmacklich ist es kein „echtes“ Schnitzel aus Kalbs- oder Schweinefleisch. Es schmeckt eben leicht nach Kuheuter – was nicht negativ gemeint ist. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, was man isst, dann kann man sich dieses „Schnitzel“ im wahrsten Sinne des Wortes „auf der Zunge zergehen lassen“!

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