Schwäbisch-Hällisches Landschwein

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Nachdem wir vor einiger Zeit schon geschrieben haben, dass wir uns ein Fleischpaket vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein besorgt haben, nun endlich ein erster „Erfahrungsbericht“.

Wir haben das Fleisch aus dem Paket „portioniert“ und alles, was nicht „aufging“ (ungerade Anzahl), das haben wir gleich auf den Grill gehauen.

Heraus kam eine gemischte Grillplatte mit groben und feinen Bratwürsten, Schweinebauch und Nackenkotelett.

Auch hier mussten wir mal wieder eine Ausnahme machen: wir kaufen normalerweise keine fertige Bratwurst. Da das Fleischpaket aber von einem Bio-Hof stammte, haben wir mal eine Ausnahme gemacht. Wir wurden angenehm überrascht.

Siehe hierzu auch >> Rinderbratwurst :).

Die Grillplatte war einfach super. Das Schwein, natürlich auch dadurch, dass es nicht von „Hochleistungsschweinen“ (schnell viel Fleisch produzieren) stammt, sondern von einer „alten“ Rasse, die noch unter anderen Vorzeichen gezüchtet wurde (Robustheit), hat ein vorzügliches Fleisch mit intensivem, kräftigem Aroma, das nach dazu beim Grillen quasi nicht „schrumpft“.

Eines ist sicher, das was nicht das letzte Mal, dass wir ein Fleischpaket vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein gekauft haben.

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Im Bild unten Schweinebauch, oben feine Bratwurst, von dieser fast verdeckt Nackenkotelett; in der Alufolie sind die groben Bratwürste – das hatte vom Garzeitpunkt nicht so ganz hingehauen :)).

Schwäbisch-Hällisches Landschwein

Erstmals sind wir auf diese Schweinerasse aufmerksam geworden beim GenussBloggerTreffen 2013 in Würzburg.

Die liebe Simone und ihr Team servierten in der Osteria Trio unter anderem „Polpette vom hällisch-fränkischen Landschwein mit Pinienkernsauce“. Wobei man hier anmerken muss, dass „Hällisch-Fränkisches Landschwein“ in Franken die umgangssprachliche Bezeichnung für das „Schwäbisch-Hällische Landschwein“ ist. Ja, ja, die Franken und ihr „Nationalstolz“… 🙂

Dann haben wir an einem Sonntag Nachmittag ausnahmsweise mal fern gesehen. Im RBB-Fernsehen gab es einen Bericht über einen Bio-Bauern in Brandenburg, der sich der Zucht der Deutschen Sattelschweine verschrieben hat.

Da ein Berliner Sternekoch das Fleisch der Deutschen Sattelschweine so über alles lobte, wurden wir natürlich hellhörig.

Vor geraumer Zeit, nach einer ebensolchen Empfehlung durch Johann Lafer, waren wir auf das Wollschwein (Mangalica-Schwein) aufmerksam geworden. Nach etwas längerer Suche haben wir einen Wollschweinzüchter ausfindig gemacht und uns bei diesem mit Fleisch eingedeckt. Treue Leser unseres Blogs wissen sicher, was wir von diesem Fleisch halten. Siehe hierzu z. B.

Lange Rede, kurzer Sinn: nach den Erfahrungen mit dem Wollschwein verfolgte uns das „Deutsche Sattelschwein“ (im Geiste) auf Schritt und Tritt.

Glücklicherweise gibt es ja heute den lieben (?) „Herrn“ Google, der einem schon bei der ein oder anderen Suche hilfreich zur Seite steht, bzw. die ganze Autoren-Schar rund um Wikipedia, die einem „aufschlaut“.

Nach diesen Recherchen bzw. dem Aufschlauen, sahen wir dann einiges deutlicher: das „Deutsche Sattelschwein“ ist eine Kreuzung aus „Schwäbisch-Hällischem-Landschwein“ und „Angler-Sattelschwein“.

Das „Schwäbisch-Hällische Landschwein“ wiederum ist eine Kreuzung aus „Deutschem Landschwein“ und „Chinesischem Maskenschwein“. Es stammt aus Baden-Württemberg und dort insbesondere aus dem Landkreis Schwäbisch-Hall – daher auch der Name.

Und das „Angler-Sattelschwein“ ist eine Kreuzung aus „Englischem Sattelschwein“ und „Schwarz-Weißem Landschwein“. Der Name „Angler-Sattelschwein“ leitet sich ebenfalls aus der Region „Angeln“ (Schleswig-Holstein; das Gebiet zwischen Flensburg, Schleswig und Kappeln) ab.

Wie beim Wollschwein, sind bzw. waren die oben genannten Rassen vom Aussterben bedroht. Das liegt bzw. lag in erster Linie daran, dass die Leute kein „fettes“ Fleisch mehr essen wollten. Also züchtete „die Industrie“ (denn das ist m. E. die Massentierhaltung) Schweine, die möglichst kein Fett hatten, dafür aber schnell aufwuchsen und Schlachtgewicht erreichten…dass der Geschmack dabei auf der Strecke blieb, das merkte ja kaum ein Verbraucher. Hauptsache viel und mageres Fleisch anstelle weniger und dafür gutes Fleisch.

Also, wieder Suche im Internet: „wo gibt es zur Zeit Fleisch vom Sattelschwein“? Gar nicht so einfach hier in unserer Gegend. Statt dessen haben wir aber einen Züchter vom „Schwäbisch-Hällischen Landschwein“ gefunden – und der hatte auch noch schlachtfrisches Fleisch!!

Und was alles aus diesem Fleisch des „Schwäbisch-Hällsichen Landschwein“ geworden ist bzw. noch wird, das lest ihr demnächst hier.