Rosenkohl ‚wie bei Muttern‘

So ein Blog birgt doch viele Überraschungen…
Es gibt Rezepte, die bereitet man mehrmals im Jahr zu und denkt: „das ist sicher schon im Blog“.
Denkt man…vielleicht sollte man nicht so viel denken und doch öfters mal im Blog nachschauen.
Das einfachste Rezept für Rosenkohl – so wie wir es von früher her kennen – fehlte bisher.
Bisher, aber hier ist es nun.

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Spitzkohl-Schichtauflauf

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Jetzt ist mit die schönste Zeit im Gemüsegarten: fast alles ist erntereif, man kann richtig aus dem Vollen schöpfen. Gestern Morgen geerntet, gestern Abend auf dem Tisch: Spitzkohl

Zutaten:

  • 1 kg Spitzkohl
  • 400 g Nudeln *), siehe Herstellung Nudeln
  • 500 g gemischtes Hackfleisch; siehe auch „ein paar Worte zu Hackfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 800 g Tomaten, wir: gehackte Tomaten aus der Dose
  • 200 ml Geflügelbrühe
  • 50 g Wurzelgemüse
  • 1 EL Tomatenmark
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  • Paprika, edelsüß
  • Cumin
  • 75 g Parmesan, frisch gerieben

*) wir haben, da als Rest noch vorhanden, Bandnudeln verwendet; man kann natürlich auch Nudelplatten (Lasagnenudeln) verwenden.

Zubereitung:

Herstellung Nudeln siehe >> hier <<.

Den Spitzkohl vierteln und (ohne Strunk) in 2 bis 3 mm breite Streifen schneiden.
Diese Streifen mit 2  ganz leicht gehäuften TL Salz bestreuen.
Den Spitzkohl nun vorsichtig „kneten“, so, als wollte man das Salz in den Kohl massieren.
Beim Kneten/Massieren merkt man, wie der Kohl weich wird (~ 1 1/2 bis 2 Minuten), dann 30 Minuten stehen lassen.

Der Spitzkohl hat später nach dem Backen noch etwas „Biss“. Wir mögen das. Wer dies nicht mag, sollte den Kohl anstelle „salzen und durchziehen lassen“ in einer Pfanne mit etwas Öl bis zum gewünschten Garpunkt dünsten.

In der Zwischenzeit Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.
Wurzelgemüse ebenfalls würfeln.
Das Olivenöl in einem möglichst breiten Topf erhitzen.
Bei großer Hitze das Hackfleisch darin krümelig anbraten.
Zwiebel, Knoblauch und Tomatenmark zufügen und dünsten bis die Zwiebeln glasig sind.
Wurzelgemüse in den Topf geben; mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer, Paprikapulver und Cumin würzen.
Mit der Geflügelbrühe ablöschen; gehackte Tomaten ebenfalls dazu geben.
Ohne Deckel bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Sauce sämig ist – ca. 20 Minuten.
Die Nudeln in reichlich Salzwasser kochen; abgießen und abtropfen lassen.

Auflaufform (wir: Portionsschälchen) leicht einfetten.
Die Hälfte der Nudeln auf dem Boden (der Auflaufform!!! nicht der Küche 🙂 ) verteilen.
Darauf dann die Hälfte des Spitzkohls geben.
Etwa 1/3 des Hackfleisches auf den Spitzkohl geben.
Nun die restlichen Nudeln, den Spitzkohl und Hackfleisch darauf schichten.
Mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Unter-/Oberhitze 30 bis 35 Minuten backen.

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Rosenkohl-Speck-Quiche

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Der letzte frische Rosenkohl aus dem Garten – damit muss man einfach etwas besonderes machen!
Da war doch mal was…ja, vor geraumer Zeit haben wir mal einen Rosenkohlquiche gemacht. Die war soooo lecker…das wäre also geklärt. Zumindest halbwegs.
In Keller hängt auch noch frisch geräucherter Speck. Speck, kein Dörrfleisch/geräucherter Bauchspeck, nein richtiger Speck. Also muss sich der Rosenkohl heute mit frisch geräuchertem Speck anfreunden.

Zutaten für eine Tarteform von 20 x 30 cm

(Hauptgericht für 3 Personen oder Vorspeise für 6 Personen)

Teig:

  • 125 g Weizenmehl, Type 405
  • 65 g  Butter
  • 1 leicht gehäufter TL Salz
  • 50 ml warmes Wasser

Belag:

  • 330 g Rosenkohl
  • 150 g geräucherter Speck
  • 150 g Saure Sahne
  • 2 Eier
  • 100 ml Milch
  • 150 g würzigen Bergkäse
  • Thymian
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  • Muskat, frisch gemahlen
  • Fett für die Backform

Zubereitung

Teig:

Die Zutaten für den Teig zu einem glatten Teig verkneten – nicht zu lange kneten!:
Den Teig in einen Gefrierbeutel geben und für mind. 1 Stunde in den Kühlschrank legen.

In der Zwischenzeit Rosenkohl putzen, Stielenden kreuzweise einschneiden; in Salzwasser bissfest garen.
Geräucherten Speck in würfeln und in einer Pfanne ohne Fett knusprig ausbraten. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp zum Entfetten legen.
Käse reiben.
Eier mit der sauren Sahne und 100 ml Milch verrühren; mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig würzen.

Den Teig nun gleichmäßig dich auf eine Größe von 25 x 35 cm ausrollen.
Die Quicheform leicht einfetten und den Teig hinein geben; vorsichtig in die Ecken drücken; einen ca. 2 1/2 cm hohen Rand formen. Evtl. überstehenden Teig abschneiden.

Den Speck in auf dem Boden verteilen (Quicheboden! nicht Küchenboden! 🙂 ).
Nun den Rosenkohl in die Form füllen und verteilen; mit einer Prise Thymian würzen.
Die Eier-Milch vorsichtig in die Form gießen.

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Den geriebenen Käse darauf verteilen.

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Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Unter-/Oberhitze in ca. 30 Min. goldbraun backen.

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Spitzkohlgemüse mit Orangen

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Auf die Idee gebracht hat uns unser lieber Bloggerkollege Werner, der in seinem tollen Blog „cucina e piu“ sein Weihnachtsmenü vorgestellt hat. U. a. gab es dort „Spitzkohl-Orangen-Gemüse“.
Das „Problem“ bei Werners Gerichten: er ist Franke, wir nicht 🙂

@ Werner, Du weißt was gemeint ist!

Für die Anderen, die Werner und uns nicht kennen: Franken verwenden immer und überall (oder zumindest fast immer und fast überall) Kümmel. Wir dagegen mögen Kümmel überhaupt nicht! Das ist vielleicht auch der Grund, warum wir nicht in Franken geboren wurden 🙂

Zutaten:

  • 1 Spitzkohl; ca. 1.400 g
  • 2 Schalotten; alternativ: 1 Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • 3 Bio-Orangen
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  • 100 ml Geflügelbrühe

Zubereitung:

Von den Orangen mit einem scharfen Messer die Haut, einschl. der gesamten “Albedo” (der “weiße”,  innere Teil der Schale) herunter schneiden. Die einzelnen Orangen-Filets heraus schneiden.
Die Reste der Orange ausdrücken und den Saft auffangen; waren bei uns 6 EL.

Spitzkohl vierteln, Strunk entfernen und in 1 1/2 cm breite Streifen schneiden. Die Spitzkohlstreifen dabei nach „Dicke“ sortieren.

Schalotten fein würfeln.
In einer ausreichend großen Pfanne oder einem entspr. Topf die Butter erhitzen und die Schalottenwürfel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Nun den Spitzkohl nach Dicke sortiert nach und nach zugeben, dabei immer mal wieder „umschichten“. Nach etwa 5 Minuten hatten wir den gesamten Kohl im der Pfanne.

Den Spitzkohl mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
Orangensaft und Geflügelbrühe angießen, Deckel schließen und ca. 8 bis 10 Minuten Dünsten.

Am Ende der Garzeit den Deckel abnehmen und die restliche Flüssigkeit fast vollständig einreduzieren.
Die Orangenfilets vorsichtig unterheben, nur kurz im Gemüse erwärmen.
Nochmals abschmecken und servieren.

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Bei uns gab es das Spitzkohlgemüse mit Orangen zu gebratener „Grober Bratwurst“ und gebackenen Scheiben vom Serviettenkloß.

Das Gemüse war sehr lecker, was uns aber beiden sofort in den Sinn kam: dieses Gemüse passt „wie die Faust aufs Auge“ zu gebratenem weißfleischigem Fisch, z. B. Seelachs (genauer gesagt Pollack!), Dorsch/Kabeljau, Heilbutt, Steinbutt, Saibling. Wichtig nur, der Fisch sollte „natur“ gebraten sein, nicht paniert o. ä.