Apfelwein

DAS Frankfurter Nationalgetränk.
Natürlich selbst hergestellt.

Ein paar Worte vorab zur Apfelweinherstellung:
obwohl der Apfelwein, nach dem Traubenwein, der wohl weitverbreitetste Wein ist, ist die Herstellung ohne spezielle Hilfsmittel nicht möglich bzw. nicht sinnvoll.

  • Um aus Äpfeln Saft zu gewinnen braucht man spezielle Mühlen.
  • Von Hand gepresst, hat man eine Saftausbeute, die bei ca. 10% liegt (aus 10 kg Äpfeln nur 1 Liter Saft! ), deshalb bedarf es spezieller Pressen um zu einer „rentablen“ Saftausbeute (65 – 70%) zu gelangen.
  • Um einen guten Apfelwein („Hausschoppen“) herzustellen, bedarf es möglichst mehrere/vieler Sorten Kelteräpfel („Bohnapfel“, „Schafsnase“, „Trierer“, „Matapfel“, „Holzapfel“, „Mostapfel“…).
    Tafeläpfel („Golden Delicious“, „Gala“, „Elsta“, „Braeburn“, „Jonagold“, „Boskoop“, „Cox Orange“, „Granny Smith“…) sind nicht geeignet um Apfelwein herzustellen, da sie zu viel Fruchtzucker und zu wenig Säure haben.

Dann noch ein paar Worte zum Apfelweingenuss:

Viele, die erstmals Apfelwein trinken, sagen „Der ist aber sauer!!!“. JA! Und da sauer bekanntlich lustig macht, lieben wir ihn.
Nichts löscht besser den Durst als ein ordentlicher Schluck „Saures“.

Viele, die hin und wieder Apfelwein probieren, kommen dann mit Aussagen wie „der grummelt im Magen“ oder „der bekommt mir nicht“…stimmt. Geht mir genau so – bei gekauftem Apfelwein!!

Die gewerblichen Keltereien haben ein „riesiges“ Problem: Selbst können sie nicht Äpfel in der Menge anbauen, wie sie sie verkeltern. Also kaufen sie Äpfel an; von Obstbauern und Kleinmgärtnern. Und was bauen Obstbauern und Kleingärtner an? Tafelobst!! Die Äpfel/Apfelsorten, welche die gewerblichen Keltereien ankaufen, enthalten alle zu viel Fruchtzucker und viel zu wenig Fruchtsäure. Apfelwein, rein aus diesen Früchten hergestellt, hätte zwar viel Alkohol, aber keine Säure. Also, was machen die gewerblichen Keltereien? Sie setzen Säure zu! Milchsäure. Gesetzlich absolut zulässig. Aber genau diese Milchsäure verursacht meines Erachtens das Magengrummeln bzw. die Unverträglichkeit.
Ich habe es schon oft erlebt, dass Bekannte/Verwandte kamen und meinten „Normalerweise vertrage ich ja keinen Apfelwein, aber eurer ist mir gut bekommen, der hat mir überhaupt nichts getan…“
Wir haben genügend Kelterobst; so brauchen wir unserem Apfelwein keine Säure zuzusetzen.

Ich möchte hier aber ausdrücklich erwähnen, dass es einige kleine Keltereien gibt, die keine Säure zusetzen!

So, nun aber zur Apfelweinherstellung.

Die Äpfel werden gewaschen, gemahlen (Obst-/Ratzmühle) und mittels hydraulischer oder mechanischer Presse gepresst. Der frische Saft heißt „Süßer“.

Je 100 l Süßer gibt man

  • 10 g Kaliumpyrosulfit („Schwefel“) und
  • 20 g Hefenährsalz hinzu.
  • Außerdem Reinzuchthefe vom Typ „Steinberg“.

In Gärbehälter abfüllen; Gärbehälter zu max. 80% füllen; mit Gärverschluss verschließen und ab in den kühlen Keller.

In letzter Zeit macht eine große Kelterei aus der südlichen Wetterau Werbung mit der „Kaltvergärung“. Das ist eigentlich nichts neues…weiß eigentlich jeder, der mit der Apfelweinherstellung zu tun hat…man muss aber mal auf die Idee kommen mit etwas  „ganz normalen“ zu werben…

Bei Kellertemperaturen von ca. 12 Grad dauert die Vergärung 10 bis 12 Wochen.

Der Apfelwein „klärt sich von selbst“, das bedeutet, dass der Wein im Gärbehälter kristallklar wird. Hat er diesen Zustand erreicht, sollte er möglichst bald „von der Hefe“ (in einen anderen Behälter umgefüllt und so von der Hefe getrennt werden). Dabei ist der Wein nochmals mit 10 g Kaliumpyrosulfit zu behandeln.

Bleibt der Apfelwein zu lange „auf der Hefe“ (wird also nicht in einen anderen Behälter umgefüllt und von der Hefe getrennt) beginnt der unerwünschte Abbau der Säure im Wein.

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